Die Geschichte

Nach ersten schriftlichen Nachrichten gehörte der Altenberg zum Besitz des Prämonstratenserklosters Rommersdorf, bei Neuwied am Rhein gelegen.
Die Gründungslegende berichtet von einem wandernden Priester Gottfried, der den Abt von Rommersdorf um Entsendung von Ordensfrauen nach Altenberg gebeten habe. Nach bescheidenen Anfängen, etwa um 1178, unter den Meisterinnen Laodomia und Christina von Biel wurde Gertrud, die Tochter der Heiligen Elisabeth, dritte Meisterin des Klosters (1248 bis 1297). Wie ihre Mutter half sie Armen und pflegte Kranke, um so Jesus Christus zu dienen. Zu ihrer Zeit erfuhr das Kloster durch Schenkungen eine wirtschaftliche Blüte. Die Klosteranlage wurde erweitert und die gotische Kirche an der Stelle einer älteren Kapelle errichtet. Sie wurde der Mutter Jesu, Maria, und dem Erzengel Michael 1268 geweiht.

Während des 30-jährigen Krieges (1618-1648) wurde das Kloster mehrmals geplündert. Die Ordensfrauen mußten sich zeitweise außerhalb in Sicherheit bringen.

Die Selbstständigkeit des Klosters konnte durch kaiserliche Privilegien über Jahrhunderte bewahrt werden.

Die Reformation führte zum Glaubenswechsel in den Gemeinden der Umgeburng.
Das Leben und Wirken der Ordensfrauen wurde dadurch verändert und eingeschränkt.

Die Ausstattung der Kirche in der Zeit des Barock mit neuem Haupt- und Seitenaltar und neuer Orgel (1757) weist auf die Bedeutung der Messfeier und des Lebens im Gebet in dieser Zeit. 1803 bewirkte der Reichsdeputationshauptschluss das Ende des Klosters.

Das Kloster mit seinem land- und forstwirtschaftlichen Besitz wurde dem Fürsten zu Solms-Braunfels übereignet. Die Kirche dient seither als evangelische Predigtstätte der Pfarrei Oberbiel.
Der landwirschaftliche Besitz wurde zum Hofgut Altenberg. Erster Gutsverwalter des fürstlichen Hauses war Andreas Münster, Vater Friederike Münsters, der späteren Frau des Pfarrers Theodor Fliedner und Mitbegründerin der Kaiserwerther Mutterhausdiakonie.
Heute wird das Hofgut von einem Pächter bewirtschaftet.
Von 1946 an pachtete das Evangelische Hilfswerk die Klostergebäude zur Einrichtung eines Kinder- und Müttererholungsheimes.

1952 brannte das Kloster ab; nur Kirche, Torhaus und Gertrudishaus blieben verschont.

Das 1850 in Königsberg (Ostpreußen) gegründete Krankenhaus der Barmherzigkeit mit seiner im Laufe der Jahrzehnte stark gewachsenen Diakonissen-Schwesternschaft wurde nach dem Zweiten Weltkrieg russisches Gebietskrankenhaus. Die Mutterhausleitung musste mit den am Ende des Weltkrieges in Königsberg verbliebenen Diakonissen 1948 Kaliningrad/Königsberg verlassen.

Von Berlin-West aus suchte die Mutterhausleitung eine neue Heimat für die Schwesternschaft und für das Mutterhaus und Einsatzplätze für die Fortsetzung des Pflegedienstes der Diakonissen. Nach verschiedenen vergeblichen Bemühungen boten sich dafür das Kloster Altenberg und in Wetzlar das Stadtkrankenhaus sowie das Alten- und Kinderheim und die Gemeindekrankenpflege an. Nach Abschluss eines Erbbaurechtsvertrages wurde die Ruine des ehemaligen Klosters Altenberg als Mutterhaus und Altenheim für die Schwestern 1953 - 1955 wieder aufgebaut.
In den anschließenden Jahrzehnten konzentrierte sich der Einsatz immer mehr auf den mittelhessischen Raum. Es entstanden Arbeitsbereiche in der Altenhilfe, Ausbildungen in der Hauswirtschaft und eine Altenpflegeschule. Diese werden unter sich wandelnden Bedürfnissen und Bedingungen weiterentwickelt.

Eine besonderes Anliegen ist es, nach dem Ausscheiden der Diakonissen aus dem aktiven Dienst die Diakonische Schwestern- und Bruderschaft (DSBA), sowie die Mitarbeiterschaft im Verständnis des christlichen Auftrages zu stärken.


Kleiner Kunstführer (Geschichte) vom Kloster Altenberg, erhältlich im Kloster für 3,00 Euro.
Auffahrt zum Kloster Altenberg 1951
Hofeinfahrt 1952
Luftaufnahme
Klosterkirche
Strichzeichnung
Strichzeichnung
 

 

 

 

Die Klostergebäude nach dem Brand, Herbst 1952

Katalog zur Ausstellung über die Königsberger Diakonissen der Barmherzigkeit